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Tage wie diese

Mit dem heutigen Fest des Heiligen Abends beginnen die sogenannten “Tage zwischen den Jahren”, die einen besonderen Zauber in sich bergen. Viele Menschen nehmen sich, wenn es denn geht, Urlaub in dieser Zeit.
Es ist allerdings gar nicht so einfach, diese Tage zu gestalten. Ob man alleine ist, in der Familie oder unter Freunden: die alten Traditionen tragen meist nicht mehr durch die ganze Zeit.
Und eine besondere Herausforderung ist es, wenn ein nahestehender Mensch durch seinen Tod fehlt.
Wäre es eine Möglichkeit, sich wirklich einmal zu “besinnen” auf das, was war und was möglicherweise kommen wird?
Rose Ausländer schreibt in einem Gedicht:

Tagebuch

Der Tag
ist mein Buch.
Hier trage ich
Leben ein
an dem ich
mich erfreue
das
ich erleide

An einem einzigen Tag geschieht oft so vieles, dass manches davon schon am Abend in Vergessenheit geraten ist.
Da kann es gut tun, eine Zeitlang ein “echtes” Tagebuch zu führen.
Ob die Eintragungen in einem Heft, einer losen Blattsammlung oder im PC erfolgen: wichtig ist vor allen Dingen, sich selbst einen Zeitpunkt zu setzen, an dem man aus dem Alltag “aussteigt”. Die Gedanken und Erlebnisse können geordnet oder gewichtet werden. Sorgen und Leid, selbst Freudvolles haben keine überwältigende Macht mehr. Sie werden im wohltuenden Abstand durch das Aufschreiben zu einer Art vertrauten Begleitern.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern besinnliche Festtage!